Berichte Saison 2021

Tour de Pologne (09. - 15. Aug. 21)

Meine Erwartungen waren hoch und voller Freude reiste ich nach Polen. Unser Team war breit aufgestellt und ohne klaren Leader. Ich wollte diese Gelegenheit nutzen und zeigen, dass ich gut in Form bin. Leider dauerte das Rennen für mich nur 200km. 15km vor dem Ziel der ersten Etappe stürzte ich. Becken-, Schlüsselbein- und dreifacher Rippenbruch war die Diagnose. Zurück in der Schweiz folgten zwei Operationen und eine lange Zeit der Reha.

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Circuito de Getxo (01. Aug. 21)

Extra für das heutige Rennen angereist war unser Leader Giacomo Nizzolo richtig motiviert. Im vergangenen Jahr reichte es ihm zum 2.Rang. Dieses Jahr wollte er den Sieg. So traten wir als Team auch auf und übernahmen früh im Rennen die Verantwortung. Ich wurde früh vorne ans Hauptfeld delegiert und übernahm dort die Tempoarbeit zur Überwachung der Spitzengruppe. Ich konnte meine Arbeit wie gefordert umsetzen. Im Finale fehlten mir danach die Kräfte. Unser Plan ging zu 100% auf und mit Giacomo Nizzolo siegte am Schluss unser Mann. Ein perfekter Tag für unser Team.

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Donostia San Sebastian Klasikoa (31. Juli 21)

Nach mehr als einem Monat war es heute endlich so weit und ich kehrte zurück ins Renngeschehen. Über beide Ohren motiviert wollte ich mich bei der heutigen Klasika von meiner Besten Seite zeigen. Das baskische Herbstwetter machte die 230km noch um einiges härter. Ich kämpfte und gab alles, am Ende fehlte mir jedoch die Rennhärte und ein bisschen Rennglück. So musste ich doch zu früh abreissen lassen. Meine Gefühle waren jedoch gut und dies stimmt mich sehr optimistisch für die kommenden Einsätze. Rennen kann man alleine im Training halt nicht simulieren und dies merkte ich heute auf ein Neues. Trotzdem nehme ich das Positive mit und richte den Blick auf die kommenden Rennen.

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Höhentrainingslager Grimselpass (07. - 26. Juli 21)

Knapp drei Wochen verbrachte ich auf dem Grimselpass im Höhentrainingslager. Ganz herzlich möchte ich mich beim Team des Hotel Alpenrösli für die Unterstützung und Gastfreundschaft bedanken. Ichfühlte mich wie Zuhause und sehr wohl. Ich konnte super trainieren und wurde optimal unterstützt. Nach drei lockeren Tagen zur Akklimatisierung folgten intensivere und längere Trainings. Danebenstand täglich Rumpftraining auf dem Programm. Das Wetter spielte mit und ich konnte die geplanten Trainings alle durchführen. Nach den drei Wochen in der Höhe freue ich mich auf die Rückkehr ins Renngeschehen.

Schweizermeisterschaft Knutwil (20. Juni 21)

Müde von den vergangenen Rennen stand ich heute trotzdem sehr motiviert am Start der Schweizermeisterschaft in Knutwil. Ich habe versucht mich nach der Tour de Suisse so gut wie möglich zu erholen um heute mein Bestes zu geben. Jedoch merkte ich bereits früh, dass meine Frische und Spritzigkeit nicht dort waren wo ich hoffte. Auf den letzten Runden litt ich und konnte ich den Anschluss an die weiteren World Tour Profis nichtmehr halten. Sicherlich habe ich mir mehr erhofft, doch reichte es am Ende nicht zu mehr.


Tour de Suisse (05. - 13. Juni 21)

Nach einem soliden Zeitfahren in Frauenfeld war ich optimistisch, dass die kurze Erholungszeit nach dem Giro d‘Italia ausreichte. Auf den kommenden zwei Etappen litt ich jedoch sehr und konnte nicht wie gewünscht abschneiden. Langsam fand ich jedoch von Tag zu Tag besser ins Rennen. Als die Berge kamen, zeigte unser Leader Domenico Pozzovivo eine starke Form und er konnte mit den Besten mithalten. Ich konnte auf den letzten Etappen meine Helferarbeiten für ihn gut erledigen und unterstütze ihn bei seinem starken 6. Gesamtrang. Mein persönliches Highlight war die 5. Etappe im Wallis mit dem Ziel in Leukerbad. Ich gab alles und konnte die Etappe auf dem 30. Rang beenden. Ich möchte mich bei allen Fans für die Unterstützung vor Ort bedanken.

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Giro d'Italia (08. - 30. Mai 21)

In drei Wochen von Turin nach Mailand. In der ersten Woche hatten wir sowohl zu Lachen als auch einen rabenschwarzen Tag zu verdauen. Zuerst sorgte unser Sprinter Giacomo Nizzolo für zwei Zweite Ränge. Wir waren nahe am Sieg, doch reichte es nicht ganz. Leider verloren wir jedoch mit Domenico Pozzovivo unseren Leader für die Berge. Er stürzte zwei Mal und musste die Rundfahrt bereits in der ersten Woche verlassen. In der zweiten Woche überraschten wir alle. Drei Siege innerhalb von fünf Tagen. Zuerst Mauro Schmid, dann Giacomo Nizzolo und als Dritter Victor Campenarts. Damit hätte niemand gerechnet. Es fühlte sich toll an ein Teil dieser Siege zu sein und mit meiner Arbeit zu den Erfolgen beigetragen zu haben. In der dritten Woche ging es vermehrt in die Berge. Ich konnte nicht ganz wie erhofft mitfahren. Ich hatte bei der Arbeit für meine Teamkollegen wohl doch zu viele Körner liegen gelassen. Auf der Königsetappe reichte es mir zu einem 29. Etappenrang. Mein persönliches Ziel, einen Tag in der Spitzengruppe zu sein und um einen Sieg zu kämpfen erreichte ich leider nicht. Trotzdem überquerte ich die Ziellinie in Mailand mit einem Lachen auf dem Gesicht. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl eine dreiwöchige Rundfahrt zu beenden und mit drei Etappensiegen im Team war es sicherlich eine gute Rundfahrt. Radsport ist und bleibt ein Teamsport.

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Tour of the Alps (19. - 23. Apr. 21)

Fünf Tage in Österreich und Italien. Dies ist die Tour of the Alps. Für mich ist sie eines der schönsten Rennen des Jahres. Dabei standen bei gutem Wetter viele Höhenmeter auf dem Programm. Mit Domenico Pozzovivo hatten wir unseren Teamleader im Rennen. Es handelte sich für ihn um die Hauptprobe vor dem Giro d'Italia. Ich war als sein Helfer am Start. Meine persönliche Form ist sicherlich im Aufwärtstrend. Nach der Volta Catalunya und der Baskenland Rundfahrt war dies meine dritte Rundfahrt in kurzer Zeit. Die vergangenen Renntage zeigten ihre Wirkung. Ich konnte gute Helferarbeit leisten und meine Rolle erfüllen. Nun darf ich kurz Verschnaufen, bevor es bald wieder weiter geht.

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Volta Pais Vasco (05. - 10. Apr. 21)

Ich startete mit einem soliden Zeitfahren in Bilbao meine erste Baskenland Rundfahrt. Mit Fabio Aru, welcher aus einem Höhentrainingslager kam, hatten wir einen konkurrenzfähigen Leader am Start. Auf der zweiten Etappe kam ich nach 40km auf nasser Strasse in einer Abfahrt mit mehreren Fahrern zu Fall. Ich hatte Glück, dass ich trotz hoher Geschwindkeit „lediglich“ mit Schürfungen, Prellungen und Verspannungen davon kam. Bei einem harten Rennen wie der Baskenland Rundfahrt ist ein Sturz das Letzte was man brauchen kann. Auf den kommenden Etappen litt ich, kämpfte mich jedoch durch. Ich bin stolz und froh, dass ich die Rundfahrt beenden konnte. Es waren harte Tage im Baskenland, jedoch gute Trainings für die kommenden Rennen.

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Volta Catalunya (22. - 28. März 21)

Mit grossen Erwartungen fuhr ich an die Volta Catalunya. Diese konnte ich leider nicht erfüllen. Am ersten Tag hatte ich mit einem Hinterraddefekt in der entscheidenden Rennphase noch viel Pech. Auf den kommenden Etappen wurde mir aufgezeigt, dass die momentane Form noch nicht reicht um vorne mitzufahren und gute Ergebnisse zu zeigen. Es stimmt mich jedoch positiv, dass ich mich von Tag zu Tag besser fühlte und dies zeigt, dass die Rennkilometer mir gut taten. Abschliessend sehe ich das Rennen als gutes Training und ich weiss, dass mit dem Giro d‘Italia mein Höhepunkt noch vor mir liegt und ich noch ein paar Wochen Zeit habe um meine Form zu verbessern.

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Drôme Classic (28. Feb. 21)

Bei der Drôme Classic hatten wir mit Simon Clarke den Vorjahressieger in unseren Reihen. Die Form von Simon passt und somit war unsere Teamtaktik klar. Wir wollten den Vorjahressieg wiederholen. Das ganze Team arbeitete hart für Simon. Leider reichte es am Ende nicht ganz für den Sieg. Jedoch sprintete er auf den starken 5.Rang. Ich persönlich konnte meine Helferarbeit gut verrichten. Am Ende fehlte leider ein wenig um den Anschluss zur ersten Gruppe zu halten und mit dieser anzukommen. Ich erreichte das Ziel als 46.

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Faun Ardèche Classic (27. Feb. 21)

An der heutigen Faun Ardèche Classic hatte ich sehr viel Pech. Im Finale stoppte mich ein Hinterraddefekt. Der Moment hätte nicht unpassender sein können. Aufgrund abgehängter Fahrer musste ich sehr lange auf unser Teamauto warten. Ich konnte den Kontakt zum kleingewordenen Feld wieder herstellen, liess jedoch einige Körner liegen. Als dann die Post richtig abging, fehlte mir die verpuffte Energie und ich konnte nichtmehr mit den Schnellsten mithalten. Da bereits morgen die Drôme Classic auf dem Programm steht, galt es die verbliebene Energie zu sparen und gemütlich ins Ziel zu rollen.

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Tour de la Provence (11. - 14. Feb. 21)

Mit einem guten Gefühl reise ich von der Tour de la Provence nach Hause. In Südfrankreich galt es vier intensive Etappen zu bewältigen. Das Wetter war für den Februar typisch kalt und auf der zweiten Etappe wurden wir dazu noch richtig verregnet. Auf der ersten Etappe wurde mir bewusst, dass Training und Rennen zwei sehr unterschiedliche Sachen sind. Im Rennen wird von einem sehr viel abverlangt, was man nicht trainieren kann... Von Tag zu Tag fühlte ich mich im Feld wieder wohler und gewöhnte mich an den Rennrythmus und gewann an Rennhärte. Mein Highlight der vier Tage war sicherlich der Anstieg hoch zum Chalet Reynard am Mont Ventoux. Ich konnte hier sehr wertvolle Arbeit für unseren Leader Fabio Aru verrichten und beendete die Etappe trotzdem noch auf dem 24.Rang. Insgesamt reichte es mir am Ende der Rundfahrt zum 22. Gesamtrang. Eine gute Basis, zum Saisonstart auf welcher ich nun aufbauen kann.


Team Qhubeka Assos Trainingslager in Sant Feliu (19. - 31. Jan. 21)

Was für ein cooles Team. Ich bin richtig glücklich und freue mich auf die Saison 2021. Mit dem Team Qhubeka Assos habe ich ein wirklich tolles Team gefunden. Ich fühle mich richtig wohl und bin motiviert in die Rennsaison zu starten. In Sant Feliu konnten wir 12 Tage sehr gut trainieren. Neben dem Training standen zahlreiche Meetings und Besprechungen auf dem Programm. Ebenso Fotoshootings, Veloausmessungen und Kleideranproben. Meine Teamkollegen sind alles sehr lustige und freundliche Typen, ich bin überzeugt, dass wir zusammen auf und neben dem Velo viel Spass haben werden und dies für den Erfolg wichtig ist. 


Nationalmannschaft Trainingslager auf Mallorca (04. - 14. Jan. 21)

Um mich optimal auf die kommende Saison vorzubereiten absolvierte ich ein 10-tägiges Trainingslager mit der Nationalmannschaft auf Mallorca. Das Wetter spielte leider nicht immer mit. Es war jedoch bestimmt wärmer als zuhause und im Grossen und Ganzen konnten wir jedoch gut trainieren. 


Wechsel zum Team Qhubeka Assos

Ich freue mich sehr euch mitteilen zu dürfen, dass ich für das kommende Jahr einen Vertrag beim World Tour Team Qhubeka Assos unterschrieben habe. Es handelt sich um das nachfolge Team von NTT. Ich bin hoch motiviert und freue mich auf das kommende Jahr. Am 1. Dezember starte ich meine Vorbereitungen fürs Jahr 2021!  Ich möchte mich beim Team Groupama-FDJ für die vergangenen zwei Jahre bedanken.